Lasten auf die Räder
Foto: © Pedalpower

Verkehrsrecht - auf der sicheren Seite

Hier finden Sie die rechtlichen Rahmenbedingungen zum Einsatz von Lastenrädern im Straßenverkehr. Alle hier behandelten Lastenräder gelten auf Grund ihrer Beschaffenheit rechtlich als Fahrräder. Daher entfallen Zulassungs-, Versicherungs-, Führerschein und Helmpflicht.

Stand der Informationen: 4/2014. Wir danken ADFC-Rechtsreferenten Roland Huhn für die Unterstützung bei der Zusammenstellung.


Beschaffenheit der Räder

Lastenräder mit und ohne E-Antrieb gelten bei folgenden Abmessungen und Leistungsstärken rechtlich als Fahrräder:

  1. Sie dürfen bis zu 2,50m hoch und 4m lang sein. Einspurige Räder dürfen 1m breit sein, mehrspurige 2m (je nach Rechtsauslegung gelten bei mehrspurigen Lastenrädern sogar die größeren Abmessungen für Kraftfahrzeuge, d.h. 2,55m Breite)
  2. Eine elektrische Tretkraftunterstützung bis 25 km/h mit einer Nenndauerleistung bis 250 Watt sowie eine Anfahrhilfe bis 6 km/h ist zulässig

Für diese Lastenräder gelten alle Rechte und Pflichten, die für Fahrräder gelten. Zu den Pflichten gehören die Ausführungsvorschriften (zwei unabhängige Bremsen, Beleuchtung, Reflektoren, Klingel, evtl. ein Rückspiegel bei größeren Lastenrädern).

Eine feste rechtliche Begrenzung des Gesamtgewichts von Lastenrädern gibt es nicht. Allerdings darf die Ladung den sicheren Betrieb nicht beeinträchtigen.

Verhalten im Straßenverkehr

Lastenräder dürfen im Gengensatz zu Kraftfahrzeugen: 

  • Radwege und für den Radverkehr freigegebenen Einbahnstraßen, Busspuren, Gehwege und Fußgängerzonen benutzen
  • an wartenden Autos am rechten Fahrbahnrand langsam vorbeifahren
  • Parken und Halten auf dem Gehweg (wenn Fußgänger nicht behindert werden) und genau wie Kraftfahrzeuge am Fahrbahnrand (aber nicht unbeleuchtet bei Dunkelheit) sowie auf kostenpflichtigen Parkplätzen mit Parkschein

Bei entsprechender Ausschilderung gilt die Radwegebenutzungspflicht. Allerdings sind mehrspurige Lastenräder davon ausgenommen, wenn die Breite des Radweges nicht ausreicht.


Lieferverkehr und Ladezonen

  • Beim Be- und Entladen in Ladezonen mit eingeschränktem Haltverbot auf der Fahrbahn gelten die gleichen Regeln wie für Kraftfahrzeuge: Halten zum zügigen Be- und Entladen ist erlaubt, wenn Gewicht und Menge des Transportgutes die Beförderung durch ein Fahrzeug verlangen.
  • In Fußgängerzonen erlaubt die Zusatzbeschilderung „Lieferverkehr frei“ (meist zeitlich befristet) auch gewerblichen Lieferverkehr mit Fahrrädern und Lastenrädern. Sollte die Beschilderung nur Kfz-Verkehr freigeben, wäre das eine anfechtbare Einschränkung. Bei  Zusatzbeschilderung „Fahrräder frei“ ist der gewerbliche Lieferverkehr mit Fahrrädern und Lastenrädern unabhängig von Lieferfenstern ganztägig erlaubt. Anders als beim Be- und Entladen zählt zum Lieferverkehr auch die Beförderung kleiner und leichter Waren.